GLDF: Wie RELUX und DIAL die Lichtbranche mit einem offenen Datenformat vereinen
Ein einheitliches Datenformat für die gesamte Lichtbranche – das war das Ziel, als RELUX und DIAL in 2019 die gemeinsame Entwicklung des Global Lighting Data Format (GLDF) ankündigten. Heute ist GLDF ein offener, kostenloser Standard, der photometrische Daten, BIM-Eigenschaften, 3D-Modelle und kommerzielle Informationen in einer einzigen Datei vereint. Dieser Artikel erzählt die ganze Geschichte – einschliesslich der Frage, warum zwei Wettbewerber beschlossen haben, dieses Format gemeinsam zu entwickeln.

In the GLDF format, different attributes can be stored in categories
Die Partnerschaft zwischen RELUX und DIAL: Wie GLDF entstanden ist
Am 22. Mai 2019 gaben DIAL und RELUX offiziell die gemeinsame Entwicklung eines neuen Datenformats für Leuchten und Sensoren bekannt: das Global Lighting Data Format (GLDF).
Der Ausgangspunkt war für alle Beteiligten frustrierend:
- Leuchtenhersteller mussten Produktinformationen in zahlreichen unterschiedlichen Formaten bereitstellen – jeweils ein neues Format für jeden Anwendungsfall.
- Planerinnen und Planer arbeiteten mit verschiedenen Programmen für unterschiedliche Anwendungsfälle und erwarteten dabei konsistente Produktdaten in jedem Tool.
- Softwareanbieter benötigten vollständige und aktuelle Informationen, die bestehende Formate kaum liefern konnten.
Die damals am weitesten verbreiteten Formate – IES und LDT – waren auf photometrische Daten beschränkt. Sie konnten weder Geometrien, textuelle Produktbeschreibungen, Produktfotos noch dynamische Regelungs- und Steuerungsfunktionen abbilden. Mit dem zunehmenden Einsatz digitaler Planungsmethoden wie BIM stiegen die Anforderungen an elektronische Produktdaten jedoch weit über das hinaus, was diese Formate leisten konnten.
Die Idee hinter der Partnerschaft von DIAL und RELUX: ein offenes Format, das alles abdeckt – und allen frei zur Verfügung steht.
In der gemeinsamen Ankündigung betonten beide CEOs die gemeinsame Motivation. Markus Hegi, CEO & Partner der RELUX Informatik AG, konzentrierte sich auf die Datenseite: Von einer standardisierten und kontinuierlich gepflegten Produktdatenbasis profitierten „sowohl Hersteller als auch Anwender durch einen grossen Mehrwert“. Dieter Polle, CEO der DIAL GmbH, betrachtete das Thema aus Softwareperspektive: „Wir wollen Planern und Herstellern mit DIALux das Leben leichter machen.“

Warum RELUX und DIAL beschlossen haben, zusammenzuarbeiten – obwohl sie Wettbewerber sind
Das war die Frage, die 2019 am häufigsten aufkam: DIALux und RELUX sind konkurrierende Lichtplanungsprogramme. Warum sollten sie gemeinsam ein Format entwickeln, von dem beide profitieren?
Die Antwort war damals – und ist es bis heute – pragmatisch: RELUX und DIALux haben gemeinsame Kunden. Leuchtenhersteller, die Produktdaten für eine Plattform bereitstellen, liefern diese fast immer auch für die andere. Lichtplanerinnen und Lichtplaner nutzen je nach Projekt häufig beide Programme. Von ihnen zu verlangen, zwei parallele Datenökosysteme zu pflegen, kostet Zeit und beeinträchtigt die Qualität auf beiden Seiten.
Gemeinsam decken DIALux und RELUX den überwiegenden Teil des professionellen Lichtplanungsmarktes ab. Diese Marktposition schafft eine einzigartige Möglichkeit: Durch die Einigung auf ein gemeinsames offenes Format können die beiden Unternehmen einen De-facto-Industriestandard etablieren, der die digitale Planung voranbringt – etwas, das keiner von beiden allein erreichen könnte.
Der Wettbewerb findet weiterhin dort statt, wo er hingehört: bei Softwarefunktionen, Benutzererlebnis, Berechnungsalgorithmen und Dienstleistungen. Auf der grundlegenden Ebene der Produktdaten schafft Zusammenarbeit jedoch mehr Wert als Konkurrenz.
Was RELUX und DIAL mit GLDF lösen
GLDF ist ein auf XML basierendes Containerformat. Dadurch ist es sowohl für Menschen als auch für Maschinen lesbar, plattformunabhängig und breit unterstützt. Eine einzelne .gldf-Datei kann Folgendes kombinieren:
- Photometrische und spektrale Daten (Lichtverteilungskurven, Farbtemperatur, CRI)
- Geometrische Informationen (von einfachen Quadern bis hin zu detaillierten 3D-Modellen im L3D-Format)
- Elektrotechnische Daten (Leistung, Spannung, Steuerungsprotokolle)
- Kommerzielle Informationen (Artikelnummern, Preise, Lieferzeiten)
- Wartungs- und Lebenszyklusdaten
- BIM-Eigenschaften gemäß CEN/TS 17623
- Dynamische Regelung und Steuerbarkeit für abstimmbare und vernetzte Leuchten
Geometrie kann in drei Detailstufen dargestellt werden: als einfacher Quader oder Zylinder, als generisches 3D-Modell mit definierten Abmessungen oder als realistisches 3D-Modell mit Texturen und Rotationswinkeln. Das bedeutet: Von einem einfachen Downlight bis hin zu einer komplexen, dimmbaren Human-Centric-Lighting-Installation mit integriertem Bewegungsmelder und Notbeleuchtung kann alles in einer einzigen Datei beschrieben werden.
Die bewährten Formate ULD (DIALux) und ROLF (RELUX) werden weiterhin vollständig unterstützt, sodass Hersteller und Planer genügend Zeit haben, den Übergang in ihrem eigenen Tempo zu gestalten. Strategisch gesehen ist jedoch GLDF der Weg in die Zukunft: Neue Funktionen, eine tiefere BIM-Integration, 3D-Details durch L3D sowie die Aufnahme in internationale Standards erfolgen über GLDF – nicht über die bisherigen Legacy-Formate. Hersteller, die heute in GLDF investieren, positionieren sich für das nächste Jahrzehnt der digitalen Lichtplanung.
GLDF heute: Was RELUX und DIAL gemeinsam bereitstellen
Aus der 2019 eingegangenen Verpflichtung ist ein produktives Ökosystem entstanden. DIAL und RELUX pflegen das Format gemeinsam unter: GLDF.io,und bieten dort Folgendes an:
- Vollständige Formatdokumentation
- XSD-Schemadefinitionen für Entwickler
- Beispieldateien und Bibliotheken zum Lesen und Schreiben
- Quellcode unter MIT-Lizenz — kostenlos für private und kommerzielle Nutzung.
- Ein Feedback-Kanal für Rückmeldungen aus der Community.
GLDF ist nativ sowohl in DIALux als auch in ReluxDesktop integriert. Hersteller liefern eine einzige Datei, die in beiden Umgebungen gleichermaßen funktioniert – ein grosser Effizienzgewinn, der den Aufwand für die Pflege von Produktdaten erheblich reduziert. Das Format ist außerdem so konzipiert, dass es unverändert in internationale BIM-Standards übernommen werden kann. Dadurch fließt die Arbeit an GLDF direkt in das breitere CAD- und BIM-Ökosystem ein (IFC, RFA).
GLDF Editor und GLDF Checker:
Kostenlose Tools von RELUX und DIAL
Zwei zentrale Tools unterstützen die tägliche Arbeit mit dem Format:
GLDF Editor – Hersteller können GLDF-Dateien direkt erstellen und bearbeiten, ohne tiefgehende XML-Kenntnisse zu benötigen. Verfügbar unter: gldf.io/gldf-editor/.
GLDF Checker – Das kostenlose Validierungstool von RELUX zeigt, welche Daten eine GLDF-Datei enthält, wie vollständig die nativen GLDF-Eigenschaften sind und welche Anwendungen damit unterstützt werden können. Verfügbar unter: gldf-checker.relux.com.
Zur Abrundung stellt RELUX ein GLDF-Demopaket mit Beispieldateien für verschiedene Anwendungsbereiche bereit – kostenlos zum Herunterladen unter: download.
GLDF in der Praxis: FUN with RELUX zu GLDF
Um das Format in der Praxis zu sehen, sind zwei Folgen der Webinarreihe FUN with RELUX besonders relevant:
- Episode 14 – Status des GLDF-Formats: Ein Überblick über die Entstehung des Formats, seinen Entwicklungsstand und die strategische Bedeutung der Partnerschaft mit DIAL.
- Episode 51 – GLDF Tools: Eine praxisnahe Einführung in den GLDF Editor, den GLDF Checker und deren Integration in den Lichtplanungsworkflow.
Beide Folgen sind kostenlos auf Englisch und Deutsch verfügbar.
FAQ: Über GLDF
Nein. GLDF kann aus bestehenden Produktdaten abgeleitet werden – Hersteller müssen also nicht bei null anfangen. Die bereits für DIALux und RELUX gepflegten Daten bilden die Grundlage.
Beide Formate werden weiterhin vollständig unterstützt, sodass bestehende Workflows weiterhin funktionieren. Neue Funktionen werden jedoch auf Basis von GLDF entwickelt – darunter L3D-3D-Modelle, die Zuordnung von BIM-Eigenschaften und die Integration in internationale Standards. ULD und ROLF erfüllen weiterhin ihren Zweck, aber GLDF ist die strategische Richtung für die kommenden Jahre.
Ja. GLDF ist ein offenes Format. Jeder Hersteller kann GLDF-Dateien erstellen. Jeder Softwareanbieter entscheidet selbst, welche Daten er von welchem Hersteller und unter welchen Bedingungen importiert.
DIAL und RELUX besitzen und betreuen das Format gemeinsam. Beide Unternehmen haben sich ausdrücklich dazu verpflichtet, es offen zu halten und seine Überführung in internationale Standards zu unterstützen.
GLDF basiert auf der Arbeit internationaler Organisationen wie IESNA, ZVEI, ISO, UNI und CIBSE. Aus einem GLDF-Datensatz können aktuelle IFC- oder native RFA-Dateien abgeleitet werden. DIAL und RELUX wirken aktiv in internationalen BIM-Gremien mit, mit dem Ziel, GLDF weitgehend unverändert in BIM-Standards zu überführen.
Ja, in beratender Funktion. DIAL und RELUX führen den Definitionsprozess und begrüssen Beiträge von sachkundigen Marktteilnehmern. Vorschläge werden geprüft und entweder integriert, auf zukünftige Aktualisierungen verschoben oder abgelehnt.
Ja. Formatspezifikationen, Beispieldateien, Bibliotheken zum Lesen und Schreiben inklusive Quellcode sowie Reader- und Editor-Anwendungen stehen allen Interessierten kostenlos zur Verfügung.
Fazit: GLDF ist mehr als ein Format – es ist eine Branchenpartnerschaft
The DIAL and RELUX partnership demonstrates what is possible when two leading vendors put shared customer value above competitive instinct: an open, technically robust standard that benefits manufacturers, planners, and software developers alike. Anyone working in lighting planning, BIM, or product data management today cannot ignore GLDF – and benefits from the fact that it is precisely not the proprietary format of a single vendor.
Mit GLDF loslegen
→ Mehr erfahren auf der offiziellen Plattform: GLDF.io
→ GLDF-Tools und Services bei RELUX entdecken: relux.com/gldf
→ Validieren Sie Ihre GLDF-Datei mit dem kostenlosen Checker: gldf-checker.relux.com
→ Webinare ansehen: FUN with RELUX
