Plan a Staircases in ReluxDesktop
Treppenhäuser gehören zu den anspruchsvollsten Bereichen in der Lichtplanung. Sie erstrecken sich über mehrere Etagen, sind oft sicherheitskritisch für Not- und Fluchtwegbeleuchtung und erfordern in ReluxDesktop deutlich mehr als nur eine horizontale Berechnungsfläche auf dem Boden.
Hier finden Sie eine kompakte Zusammenfassung der besten Methoden und praktischen Tipps, die Sie direkt anwenden können.

METHODE 1 - MODELLIERUNG
Schritt für Schritt mit dem 3D-Reihenwerkzeug
Der empfohlene Standardansatz für gerade Treppen. Sobald Sie die erste Stufe erstellt haben, kann ein kompletter Treppenlauf mit nur wenigen Klicks erzeugt werden:
- Die erste Stufe als Quader (Prisma) einfügen – Höhe = Raumhöhe ÷ Anzahl der Stufen
- (z.B. 2.4 m ÷ 15 = 0.16 m)
- Reflexionsgrade anpassen: Oberseite → Boden, Unterseite → Decke, Seitenflächen → Wand
- Ein Berechnungsraster direkt auf der Stufe platzieren (~6×2 Punkte, ca. 20 cm Höhe)
- Die Stufe und die Berechnungsfläche zu einem einzigen Objekt gruppieren
- Die Funktion „3D-Reihe“ verwenden, um die Gruppe automatisch nach oben zu vervielfältigen
- Die letzte Stufe zu einem Podest erweitern und anschließend alles mit Ctrl kopieren und positionieren, um das Treppenhaus zu vervollständigen
ZIELWERTE - EN 12464
- Beleuchtungsstärke: 100–150 Lux
- Gleichmäßigkeit: > 0.4 Uo über alle Stufen hinweg
- Blendung (UGR): ≤ 25
AUSWERTUNG - PRAKTISCHE TIPPS
Gruppieren Sie Ihre Berechnungsflächen korrekt.
Für aussagekräftige Ergebnisse sollten alle einzelnen Berechnungsflächen der Stufen zu einer gemeinsamen Berechnungsflächengruppe zusammengefasst werden. So erhalten Sie Durchschnitts-, Mindest- und Gleichmäßigkeitswerte für das gesamte Treppenhaus an einer zentralen Stelle.
Wichtig für Bahn- und Infrastrukturprojekte: Die Deutsche-Bahn-Richtlinie 813.05 verlangt, dass jede einzelne Stufe separat berechnet wird. Diagonale Berechnungsflächen über den gesamten Treppenlauf – früher bekannt als die „Flintstones-Methode“ – sind dort nicht mehr zulässig.
PLATZIERUNG - BLENDUNGSBEGRENZUNG
Wandleuchten immer über 2 Metern montieren
Wandleuchten sollten höher als 2 Meter montiert werden, da sie sonst Personen beim Treppensteigen direkt blenden können. Diffuse Leuchten unterhalb von Treppenpodesten (~2.200 lm) haben sich als effektive und komfortable Lösung bewährt.
ALTERNATIVE MODELLIERUNGSWEGE
Wenn das Treppenhaus komplex wird
Für spiralförmige oder asymmetrische Treppen gibt es zusätzliche Importmöglichkeiten:
- Schnitt-Extrusion: Die Treppenkontur aus einem 2D-DWG-Querschnitt nachzeichnen und entlang der Y-Achse extrudieren.
- 3D-Modellimport: OBJ, FBX, DWG oder direkt aus Revit importieren; die Berechnungsflächen müssen anschließend manuell auf jeder Stufe platziert werden.
- Smartphone-Scan: Mit einer Scan-App (z. B. Amrax) durch ein reales Treppenhaus gehen und das fertige 3D-Modell direkt in ReluxDesktop importieren.
VISUELLE KONTROLLE
Den Cape Renderer als abschließende Kontrolle verwenden
Vor der Abgabe sollten Sie immer einen Rundgang im Echtzeit-Renderer (Cape) durchführen. Verwenden Sie die Leertaste, um sich virtuell durch das Gebäude zu bewegen und die Treppen zu begehen. Direkte Blickrichtungen in Leuchten, fehlende Handläufe oder unerwartete Schatten werden so sofort sichtbar – bevor sie im Bericht auffallen.
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