BIM-Lichtplanung mit RELUX: Drei Wege
Für Lichtplaner, Elektroplaner, Architekten und BIM-Koordinatoren, die ohne Datenverluste und Medienbrüche in den BIM-Prozess einsteigen möchten.
In der Praxis scheitert BIM-konforme Lichtplanung nur selten an der Berechnung – vielmehr liegt die Herausforderung häufig im Datenaustausch. Exportieren, importieren, zuordnen, prüfen, korrigieren: Bei jeder Änderung am Modell beginnt der Prozess von vorne.
In Folge 55 von „FUN with RELUX“ zeigt Matthias, RELUX-Entwickler und verantwortlich für den BIM-Bereich, wie genau das vermieden werden kann. Seine wichtigste Erkenntnis: Es gibt drei Wege, BIM-Modelle und Lichtberechnungen miteinander zu verbinden – und zwei davon sind komplett kostenlos.
Weg 1: Das kostenlose Revit-Plug-in – RDF-Workflow
Das kostenlos verfügbare Plug-in ReluxCAD for Revit verbindet Revit und ReluxDesktop verlustfrei und bidirektional.
- In Revit können einzelne Räume, ganze Geschosse oder das komplette Gebäude ausgewählt und als RELUX-Datei (.rdf) exportiert werden.
- Praktische Optimierungsfilter helfen beim Export: Aufwendige 3D-Objekte können für eine bessere Performance ignoriert, komplexe Instanzparameter ausgeschlossen oder kollineare Wände zusammengeführt werden.
- Der Architekt sendet die .rdf-Datei an den Lichtplaner. Dieser platziert die Leuchten in ReluxDesktop, weist Nutzungsprofile zu und berechnet das Projekt.
- Anschliessend wird die aktualisierte Datei wieder in Revit importiert. Die Leuchten werden dabei zurück in Revit-Familien (.rfa) umgewandelt, ohne dass Geometrie oder photometrische Eigenschaften verloren gehen.
Kurz gesagt: ein durchgängiger Planungsworkflow statt einer Einbahnstrasse.
Weg 2: Die kostenlose IFC-Integration
Wer mit anderen BIM-Anwendungen wie Vectorworks, ArchiCAD oder Tekla arbeitet, kann den ebenfalls kostenlosen IFC-Import und -Export in ReluxDesktop verwenden.
- IFC-Projekte können direkt eingelesen werden. Wichtig: Die IFC-Datei sollte „IFC Spaces“ enthalten, damit Räume und Messflächen korrekt erstellt werden können.
- IFC überträgt Leuchtendetails und Nutzungsprofile nicht in derselben Tiefe wie der Revit-Workflow. Für die Platzierung und Visualisierung – beispielsweise mit Echtzeit-Renderern wie Enscape – eignet sich IFC jedoch hervorragend.
- Beim Export stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Die neuen Leuchtendaten inklusive Lichtstärkewerten und Wartungsfaktoren können entweder in die ursprüngliche IFC-Datei zurückgeschrieben werden oder es wird eine neue IFC-Datei erstellt, die ausschliesslich Räume und Leuchten enthält.
Damit eignet sich IFC ideal für den offenen, softwareübergreifenden Datenaustausch und die Archivierung.
Weg 3: Die kostenpflichtige Vollversion von ReluxCAD for Revit
Die lizenzierte Version integriert den RELUX-Berechnungskern direkt in Revit. ReluxDesktop muss dadurch nicht mehr separat geöffnet werden.Berechnungen und Auswertungen können direkt im Revit-Modell durchgeführt werden – ohne Medienbruch.
Unter anderem stehen folgende Funktionen zur Verfügung:
- Berechnungen direkt im Revit-Modell, inklusive EasyLux für schnelle Beleuchtungsstärkeberechnungen
- Ergebnisdarstellung direkt in Revit mit Falschfarbendarstellung und Ergebnistabellen
- Zuweisung von Nutzungsprofilen und manuelle Erstellung von Messflächen
- Treppenhaus-Tool sowie automatische Messflächen für Aufgabenbereiche und Treppen
- Raum-Manager und Stapelverarbeitung
- Notbeleuchtungsplanung und Sensorplatzierung mit EasySens
- Aiming Tool zur präzisen Ausrichtung von Strahlern auf Zielpunkte direkt in Revit
- Automatischer Output-Generator, mit dem Ansichten, Falschfarbentabellen, Leuchtenlisten und Statuspläne effizient auf einer Seite kombiniert werden können
Welcher Weg eignet sich für wen?
Kostenloses Revit-Plug-in
Geeignet für Revit-Nutzer, die verlustfrei mit externen Lichtplanern zusammenarbeiten möchten.
IFC – kostenlos
Geeignet für Teams, die mit anderen BIM-Tools arbeiten und einen offenen Datenaustausch sowie eine einfache Archivierung benötigen.
ReluxCAD for Revit Vollversion – kostenpflichtig
Geeignet für alle, die Lichtplanung, Sensoren und Pläne vollständig innerhalb von Revit bearbeiten möchten.
Die Faustregel aus der Folge: Für wiederholte und präzise Planungsschleifen ist der direkte Revit-Workflow der schnellste und zuverlässigste Weg. IFC spielt seine Stärken vor allem beim softwareunabhängigen Datenaustausch aus.
Fazit
Der Einstieg in die BIM-Lichtplanung muss nichts kosten. Sowohl das Revit-Plug-in als auch der IFC-Workflow sind kostenlos und decken bereits einen grossen Teil der typischen Zusammenarbeit in BIM-Projekten ab. Wer den gesamten Prozess inklusive Berechnung direkt innerhalb von Revit durchführen möchte, kann dafür die Vollversion von ReluxCAD for Revit verwenden.
Wie tauscht ihr heute Lichtplanungsdaten in BIM-Projekten aus – über IFC, das direkte Revit-Plug-in oder auf einem ganz anderen Weg?
Mehr zum Thema findet ihr in FUN with RELUX Folge 55
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